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Quartierskonzept Höllstein

Wird Höllstein fit für die Zukunft?

 Machbarkeit von Nahwärme und Breitband in Höllstein

Großes Interesse der Bevölkerung an Breitband und Nahwärme in Steinen-Höllstein

Seit der Bürgerinformationsveranstaltung am 13. September 2018 waren sowohl Bürgerschaft als auch das beauftragte Beratungsbüro endura kommunal aus Freiburg fleißig. Das Interesse der Höllsteiner ist groß. Das belegt die außerordentlich hohe Rücklaufquote der Fragebögen: satte 53 % der mehr als 500 Gebäudeeigentümer haben einen Fragebogen abgegeben! Diese hohe Rücklaufquote erlaubt plausible Hochrechnungen für die Gebäude, von denen es keine ausgefüllten Fragebögen gibt. Die Datenanalyse hat ergeben, dass 165 der 288 Rückläufer Erdgas als Energieträger nutzen, 25 Gebäude aus den Rückläufern werden mit Heizöl geheizt. Betrachtet man hingegen den prozentualen Anteil der Energieträger am Gesamtverbrauch, so macht Erdgas 55 % am Gesamtverbrauch aus, Heizöl 8 % und Holz als erneuerbarer Energieträger deckt bereits 36 % des Wärmeverbrauchs der Rückläufer. Dies liegt vor allem daran, dass einige kommunale Gebäude mit Hackschnitzeln beheizt werden. Einen Breitbandanschluss wünscht sich die weit überwiegende Mehrheit der Eigentümer. 136 Eigentümer haben Interesse an einem Anschluss an ein mögliches Nahwärmenetz bekundet. Ob ein solches Nahwärmenetz wirtschaftlich realisierbar wäre ist die Frage, mit der sich die Experten in den nächsten Monaten beschäftigen werden.

Verteilung Energieträger am Verbrauch nach Rückläufern
Verteilung Energieträger am Verbrauch nach Rückläufern

endura kommunal, November 2018

Was ist Sinn und Zweck der Untersuchung?

Der Ortsteil Höllstein soll eine zukunftsfähige Infrastruktur erhalten. Digitalisierung ist nur ein Schlagwort. Steigende Energiekosten und strengere energetische Vorgaben sind Gründe, sich darüber hinaus auch intensiv mit einer wirtschaftlich bezahlbaren und ökologisch verträglichen Wärmeversorgung sowie Gebäudesanierungen auseinanderzusetzen.

Vor diesem Hintergrund wurde die Firma endura kommunal GmbH aus Freiburg mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die die Interessen und Bedarfe der Höllsteiner Gebäudeeigentümer bzgl. Breitband und Nahwärme erkundet sowie die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten hierfür untersucht. Idealerweise sollen Synergien geschaffen werden, indem die Verlegung von Glasfaser, ggf. Nahwärme-Rohren und – wo nötig – neuen Wasserleitungen miteinander gekoppelt und somit Tiefbaukosten reduziert werden.

Fördermittel

Die Machbarkeitsstudie wird über Fördermittel des Bundes, konkret über das Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“ (432), gefördert. Über die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) wird das sogenannte „Quartierskonzept“ zu 65% bezuschusst.

In der Untersuchung geht es um folgende Themen:

  1. Zukunftsorientierte Energieversorgungslösungen
  2. Zukunftsorientierte und leistungsstarke Informationstechnologie
  3. Modernisierung des Wasserleitungsnetzes in Höllstein
  4. Reduzierung der Energiekosten und des Energieverbrauchs für die Einwohnerinnen und Einwohner im Quartier
  5. Reduzierung der CO2-Emissionen im Quartier
Abbildung 1: Wärmebild eines Mehrfamilienhauses, aufgenommen in der Heizperiode (eigene Quelle)
Abbildung 1: Wärmebild eines Mehrfamilienhauses, aufgenommen in der Heizperiode (eigene Quelle)

Konkret sollen folgende Fragen beantworten werden:

Konkret sollen folgende Fragen beantworten werden:

  1. Ist eine technische und wirtschaftliche Machbarkeit für ein Nahwärmenetz gegeben.
  2. Ist ein mögliches Nahwärmenetz in Kombination mit einem Glasfasernetz realisierbar?
  3. Lassen sich Synergien mit der Sanierung des Wasserleitungsnetzes erzielen?
  4. Welche Möglichkeiten haben Sie als Gebäudeeigentümer, ihr Gebäude zukunftsfähig zu machen z.B. Heizungs- und Gebäudemodernisierung, Glasfaseranschluss etc.?

Das Untersuchungsgebiet

Das Untersuchungsgebiet umfasst, bis auf wenige Gebäude an der Grenze zu Maulburg, ganz Höllstein.

Abbildung 2: Das Untersuchungsgebiet: alle Gebäude, die innerhalb der roten Quartiersgrenze liegen, befinden sich im Untersuchungsgebiet.
Abbildung 2: Das Untersuchungsgebiet: alle Gebäude, die innerhalb der roten Quartiersgrenze liegen, befinden sich im Untersuchungsgebiet.

Was haben Sie davon?

Was haben Sie davon?

  1. Kostenlose Bürgerinformationsveranstaltung mit den Themen Nahwärme- und Glasfasernetz, inkl. kostenlosen Informationsmaterialien.

  2. Hinweise zu energetisch sinnvollen Maßnahmen bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen an Ihrem Gebäude

  3. Aufzeigen der Möglichkeiten zur Erfüllung des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes bei einem anstehenden Heizungstausch.

  4. Hinweise auf Fördermöglichkeiten

  5. Idealerweise Kostenersparnisse durch die gleichzeitige Verlegung von Glasfaser und Nahwärme.

 

 

Abbildung 3: typische Heizung eines Mehrfamilienhauses – 14 Jahre, 110 kW (Quelle: eigene Quelle)
Abbildung 3: typische Heizung eines Mehrfamilienhauses – 14 Jahre, 110 kW (Quelle: eigene Quelle)

Informationen und Beratung

Mit der Firma endura kommunal aus Freiburg haben wir einen zuverlässigen Partner gefunden, der von der Gemeinde Steinen mit der Durchführung dieses Konzeptes beauftragt wurde.

Sollten Sie Rückfragen beim Ausfüllen des Fragebogens haben, zögern Sie bitte nicht, die Firma endura kommunal zu kontaktieren.

Ihre Teilnahme wird belohnt!

Im Rahmen der Untersuchungen muss endura kommunal die erforderlichen Daten erheben. Im Mittelpunkt stehen Fragen zu Ihrem grundsätzlichen Interesse an einem Anschluss an Breitbandanschluss und/oder Nahwärmeversorgung und zum energetischen Zustand Ihrer Gebäude. Die erhobenen Daten dienen als Grundlage für die Ableitung konkreter Maßnahmen und zur Beurteilung der Machbarkeit eines Nahwärmenetzes.

Wir möchten darauf hinweisen, dass ein möglichst großer Rücklauf der Fragebögen für die Auswertung und weitere Analyse erforderlich ist. Nur dann bekommt die Untersuchung auch die notwendige Aussagekraft. Deshalb geben Sie den Fragebogen bitte auch dann ab, falls Sie nicht alle Fragen beantworten konnten

Wir bitten alle Eigentümer von Gebäuden im Ortsteil Höllstein, folgenden Fragebogen auszufüllen und bis zum 30.09.2018 per Mail zurück zu schicken an: maximilian.schmid(@)endura-kommunal. Wahlweise können Sie die Fragebögen auch in den Briefkasten des Rathauses einwerfen.

Fragebogen für Gebäudeeigentümer

Die Teilnahme an der Befragung lohnt sich: unter den Einsendern werden 40 attraktive Preise der Gemeinde verlost, darunter zum Beispiel Einkaufsgutscheine.

Die Abgabe des Fragebogens ist freiwillig. Wir bestätigen Ihnen, dass die abgefragten Daten anonymisiert und ausschließlich im Rahmen der Erstellung der Machbarkeitsstudie, sowie für mögliche daraus entstehende Maßnahmen (Entwicklung Wärmenetz bzw. Glasfasernetz, Sanierungsbeispiele usw.) verwendet werden. Eine weitere Verwendung der Daten ist auch seitens des Auftraggebers, der Gemeinde Steinen, nicht zulässig.

Wir freuen uns auf Ihren aktiven Beitrag, denn nur gemeinsam mit Ihnen kann die Zukunft von Höllstein erfolgreich gestaltet werden.

Ansprechpartner

Sabine Barden
endura kommunal GmbH
Tel. 0761 / 3869098-16
E-Mail:
Sabine.Barden(@)endura-kommunal.de

Anschrift:
Solar Info Center
Emmy-Noether-Str. 2
79110 Freiburg

Hintergrundinformationen

Nahwärmenetz: So funktioniert’s

 

Nahwärmenetze versorgen Haushalte effizient  und kostengünstig mit Wärme. An das Wärmenetz angeschlossene Haushalte kümmern sich nicht mehr um Tank und Heizung im Keller. Sie setzen auf lokale Energie und werden unabhängiger von den Preisentwicklungen bei Öl und Gas.

1. Die Heizzentrale

In der Heizzentrale wir die Wärme erzeugt. Am ökologisch sinnvollsten geschieht dies über lokale Energie wie Holz oder überschüssige und nicht benötigte Abwärme aus z.B. dem Abwasser oder einem Produktionsbetrieb. Zusätzliche Wärmespeicher dienen als Puffer für Leistungsspitzen.

2. Das Verteilnetz

Wärmequellen und Verbraucher verbindet ein unterirdisches Netz aus wasserführenden Rohren. Sie sind ähnlich aufgebaut wie normale Wasserrohre.

3. Die Übergabestation

Das Verteilnetz mündet im Heizungskeller der Wohnhäuser in eine Übergabestation. In dieser befindet sich ein sog. Plattenwärmetauscher. Im Plattenwärmetauscher wird die Wärme an das hausinterne Heizsystem übertragen. Eine Übergabestation ist wesentlich kleiner als eine Öl- oder Gasheizung. Das bedeutet: Mehr Platz im Keller!

Abbildung 4: Der Unterschied zwischen DSL, VDSL und FTTH (Quelle: www.glasfaser-internet.info, Abruf am 09.04.2018)
Abbildung 4: Der Unterschied zwischen DSL, VDSL und FTTH (Quelle: www.glasfaser-internet.info, Abruf am 09.04.2018)

Was ist der Unterschied zwischen DSL, VDSL und einem Glasfaseranschluss (FTTH)?

Die Grafik verdeutlicht die drei Ausbauformen: DSL, VDSL und FTTB. Je weniger auf Kupferkabel als Leiter zurückgegriffen werden muss, desto höher fällt die erzielbare Datenübertragungsrate aus und desto stabiler wird die Verbindung. Mit DSL lassen sich rund 16 MBit/s, mit VDSL bis 100 MBit/s und per FTTH gar bis zu 1000 MBit/s erreichen.

Der Hauptunterschied liegt in der Anbindungsweise vom Endkunden an das schnelle Kernnetz des Internetanbieters (z.B. Telekom, Unitymedia etc.). Beim DSL wird die komplette Wegstrecke vom Hauptverteiler über den Kabelverzweiger zum Verbraucherhaushalt mit Kupferleitungen realisiert. Bei VDSL reichen die Glasfaserkabel bis zum Kabelverzweiger. Nur noch die letzte Wegstecke muss über das Festnetz überbückt werden. FTTB führt die fiberoptischen Kabel letztendlich bis zum Haus und FTTH sogar bis zum Modem des Endverbrauchers (Quelle: http://www.glasfaser-internet.info, Abruf am 09.04.2018).

Das Büro Rala erstellt für die Gemeinde Glatten ein flächendeckendes FTTB-Netz im gesamten Kreisgebiet. Der Standort der Technikzentrale würde in der Aachener Straße liegen, von der aus mehrere Straßenverteiler angeschlossen werden. Über die Straßenverteiler wird dann letztlich jedes Haus (bis zur Grundstücksgrenze) angeschlossen und mit FTTB versorgt. In der gesamten Gemeinde sind es laut Rala-Aufzeichnungen 1.672 Netzanschlüsse. Die Tiefbauarbeiten würden sich auf eine Strecke von 42,5 km beziehen um rund 70 km Leerrohre und 300 km Glasfaserkabel verlegen zu können. Von dem 3,6 Millionen Euro Projekt entfallen rund 70% auf die Tiefbauarbeiten. Da Glasfaserkabel und Nahwärmerohre in einem Zug verlegt werden können, könnten sich daraus erhebliche Synergieeffekte ergeben, falls die angedachte Nahwärmeversorgung in Glatten tatsächlich realisierbar wäre (Quelle: Uwe Ade, Schwarzwälder Bote, Glatten: Kommt das Energie-Rundumpaket? 29.03.2018).

Weitere Informationen

Kontakt

Gemeinde Steinen
Eisenbahnstraße 31
79585 Steinen
Fon: 07627 9100-0
Fax: 07627 9100-22
gemeinde(@)steinen.de